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CC-TV 151: Lichtfeldkamera Lytro Illum

Lytro illum
Die Kamera sieht so futuristisch aus, wie die Möglichkeiten der Fotographie, die sie bietet. (Foto: Lytro)

Mit der Lytro Illum stellt der amerikanische Hersteller die zweite Generation seiner Lichtfeldkameras vor. Die Theorie der Lichtfeldfotografie basiert auf einem Konzept, dass der Physikers Gabriel Lippmann schon 1908 vorstellte. Lichtfeldfotografie unterscheidet sich von der herkömmlichen Technik dadurch, dass im Gegensatz zu herkömmlichen Kameras, die nur ein 2-D-Bild abbilden, ein so genanntes 4-D-Lichtfeld erfasst wird. Hier ist nicht nur die Position und Intensität eines Lichtstrahls, sondern auch die Richtung, aus der dieser Lichtstrahl eingefallen ist bekannt. Dazu dient ein Gitter aus mehreren Mikrolinsen vor dem Bildsensor. Dadurch ist die maximale Schärfentiefe sehr hoch und es muss kein Fokussiervorgang abgewartet werden. Die Fokusebene eines Bildes kann nachträglich angepasst werden. Zusätzlich lassen sich aus den Bilddaten Tiefeninformationen ermitteln, Dadurch können aus einer Aufnahme auch räumliche Bilder berechnet werden.

 

Im Oktober 2011 hatten wir in der Computer:Club² TV-Folge 68 Christian Perwaß von der Firma Raytrix aus Kiel zu Gast. Er erklärte die Theorie hinter dem Verfahren und zeigte vor allem Anwendungen, die in der Industrie eingesetzt werden.

 

Mir der Lytro illum hatten wir eine Kamera im Studio, die im Format an einen herkömmlichen Fotoapparat erinnert. Aus gestattet ist sie mit einem 40 Megaray 1 ½“ CMOS Sensor, vor dem das Mikrolinsen Array positioniert ist. Berechnet aus einem Lichtfeld ein 2D JPEG-Bild so hat das eine Auflösung von 2450x1634 Pixeln. Das Zoom-Objektiv hat eine Brennweite von 30-250mm. Der Schlitzverschluss belichtet von 1/4000sec – 32sec. Verschiedene Belichtungsautomatiken und natürlich manuelle Einstellung von ISO und Belichtungszeit sind möglich.

 

Eine blende im herkömmlichen Sinn gibt es bei Lichtfeldfotografie nicht. Die Tiefenschärfe oder Schärfeeben wird nachträglich ermittelt. Bedient wird die Kamera über den Touchscreen auf der Rückseite. Eine Besonderheit ist die so genannte Lytro-Taste. Hier wird in das Bild eingerechnet, welcher Bereich sich im Lichtfeld befindet, der nachträglich bearbeitet werden kann.

 

Die Fotos werden auf SD-Karten in einem eigenen Daten-Format aufgenommen. Das wird dann auf dem Rechner mit dem Lytro Desktop bearbeitet. Das Programm kann für Windows-PCs und Macs von der Homepage geladen werden. Hier können normalen Bildeinstellungen, wie Farbtemperatur, Helligkeit, Kontrast etc. vorgenommen werden. Daneben sind vor allem die Lichtfeldfunktionen interessant.

 

Die Tiefenschärfe wird über eine Art Blendensimulation eingestellt. Ebenso kann durch einfaches anklicken eines Punktes im Bild, die Schärfeneben dorthin verlagert werden. Spektakulär wirkt das bei einer offenen Blende. Diese Schärfenmanipulation kann man auch als Animationen laufen lassen. Daraus lassen sich dann Filme erstellen, die für Präsentationen genutzt werden können. Da im Lichtfeld die räumlichen Inforationen jedes Punktes vorhanden sind, klann der Desktop aus einem Foto auch 3-D Bilder berechnen. Die Lytro illum, ist im Handel für ca.1800€ erhältlich.

 

Weiter Informationen unter

https://www.lytro.de/

http://de.wikipedia.org/wiki/Plenoptische_Kamera

http://www.cczwei.de/index.php?id=tvissuearchive&tvissueid=86

http://de.wikipedia.org/wiki/Lytro

https://www.lytro.de/downloads/

Lytro illum
Die Kamera sieht so futuristisch aus, wie die Möglichkeiten der Fotographie, die sie bietet. (Foto: Lytro)
Lytro illum
Die Kamera sieht so futuristisch aus, wie die Möglichkeiten der Fotographie, die sie bietet. (Foto: Lytro)
Lichtfeldaufnahme Gartenzwerge
Die Gartenzwerge, hier neu fokussiert als 2D Bild. Sie gibt es auch in dem Video und als 3D-Bild.
Lichtfeldaufnahme Gartenzwerge
Das gleiche Bild als räumliche Aufnahme für Rot/Cyan Brillen,

Das kleine Video mit den Gartenzwergen ist aus einem Lichtfeldfoto berechnet worden. Neben der Schärfeverlagerung ist im Schwenk auch ein räumlicher Eindruck wahrzunehmen.

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