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CC2-Audio 450: EU-Parlament möchte Google an die Leine legen

Rudi Kulzer
Rudi Kulzer zu den Bestrebungen Google zu reglementieren.

In einer nicht bindenden Resolution hat das EU-Parlament für die Aufspaltung von Google votiert. Danach soll das Suchmaschinengeschäft von den anderen Aktivitäten des Unternehmens getrennt werden. Damit wollen die die Europaabgeordneten die wachsende Marktmacht des Internetgiganten aus den USA eindämmen.

Google steht in Europa im Verdacht, eigene Dienste wie den Kartendienst Maps, Preisvergleiche oder die Suche nach Hotels und Restaurants beim Ranking zu bevorzugen. Daher riefen die EU-Parlamentarier die Kommission dazu auf, jeglichen Missbrauch bei Suchmaschinen zu verhindern. Die Auflistung, Bewertung, Darbietung und Reihenfolge von Ergebnissen bei Suchmaschinen muss frei von Verzerrungen und transparent sein, fordern die Parlamentarier. Mit Rudi Kulzer haben wir die Aspekte eines solchen Vorhabens betrachtet. Er glaubt nicht an eine realistische Chance einer durch die EU betriebenen Aufspaltung von Google.

 

Es müsste sich dabei eigentlich um ein Kartellverfahren handeln, das extrem komplex ist. Das Google in den USA sitzt kompliziert so ein Verfahren zusätzlich. Die Zerschlagung von Unternehmen gab es in den USA mit John D. Rockefeller’s Standard Oil im Jahr 1911 und dem Telefonmonopolisten AT&T im Jahr 1982. Das waren allerdings rein amerikanische Verfahren und erstreckten sich immer rüber viel Jahre. Der Versuch die Marktdominanz von Microsoft als beherrschendes Betriebssystem auf den Personalcomputern zu kippen war allerdings nicht von Erfolg gekrönt. Die Unterschiede der internationalen Rechtssysteme sind einfach zu groß und das Internet kennt keine Grenzen.

 

Es wird interessant sein zu beobachten, wie die Politiker mit der Resolution umgehen oder ob es nur ein Versuch war, der zeigen sollte, dass auch Politiker die Macht des Internet erkannt haben.

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